Wenn es nach dem Willen des Bundesrates geht, brauchen alle, die in Zukunft
fremde Kinder betreuen wollen, allen Ernstes eine staatliche Bewilligung. Eltern
soll es demnach künftig nicht mehr gestattet sein, in eigener Verantwortung Kindermädchen
oder eine Tagesmutter anzustellen; sie müssten offenbar zuerst beim Kanton vorstellig
werden - selbst dann wenn ihr Kind längere Zeit bei Verwandten in den Ferien ist
oder wenn es regelmässig bei der Gotte übernachtet. Die Frage sei erlaubt,
wie solche Schnapsideen eine Mehrheit im Rat finden konnten. Wenn wir soweit kommen,
dass sogar die Tante bewilligungspflichtig wird und für Ferien bei Verwandten
eine kantonale Erlaubnis eingeholt werden muss, dann wird die Forderung des Kindswohls
ad absurdum geführt. Eltern sind und bleiben für das Wohl ihrer Kinder verantwortlich
und nicht irgendwelche kantonalen Behörden - alles andere bedeutet eine eklatante
Bevormundung der elterlichen Erziehungsgewalt. Ich schlage vor, dass in Zukunft
die "Experten", welche dieses staatlich verordnete Kindswohl vorgeschlagen haben,
erst einmal von den Bürgern bewilligt werden müssen!
Simon Hofstetter Präsident
Jungfreisinnige Kanton Bern jfbe
Erschienen in: Der Bund, 3. Juli 2009 D'Region,
7. Juli 2009 |